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Kulturverein

Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten unter denkmalpflegerischen Aspekten wurde die Alte Synagoge 1995 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Zur gleichen Zeit gründete sich der Kulturverein mit dem Ziel, Krakower Bürger, Gäste des Luftkurortes und an der Region Interessierte zusammenzubringen.

Die Realisierung von hochwertigen und vielfältigen kulturellen Veranstaltungen ist nach wie vor eine der wichtigsten Aufgaben für die Mitglieder des Kulturvereins. Es werden jährlich etwa dreißig Veranstaltungen durchgeführt. Dazu gehören wechselnde Ausstellungen, vorwiegend mit Künstlern aus der Region, Würdigung von besonderen Jubiläen, Konzerte, Lesungen, DIA-Vorträge und Exkursionen.

Der Verein selbst bietet verschiedene Interessengemeinschaften an: Hier kann man nicht nur gemeinsam kreativ schreiben, töpfern, alte Handarbeitstechniken erlernen und ausüben, sondern sich auch in zwangloser Unterhaltung über den Alltag austauschen.

Das ständig wachsende Interesse am Denkmal für jüdische Geschichte ist für den Kulturverein eine große Verpflichtung und es wird alles daran gesetzt, den Erwartungen der Besucher aus dem In- und Ausland gerecht zu werden. Ein Besuch des jüdischen Friedhofs ist ebenfalls zu empfehlen.

Der Kulturverein wünscht Ihnen einen angenehmen Aufenthalt. Wir würden uns freuen, Sie bei einer unserer Ausstellungen begrüßen zu können - oder genießen Sie die besondere Atmosphäre bei einer Veranstaltung in der Alten Synagoge.

Geschichte der Synagoge

Am 12. Dezember 1866 wurde die Krakower Synagoge feierlich eingeweiht. Anlässlich des Chanukkafestes, das an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 165 v.d.Z. erinnert, übernahmen die 110 Gemeindemitglieder das neue Gebäude.

Die Synagoge war das religiöse und soziale Zentrum der Gemeinde; zu ihr gehörten der Friedhof, das spirituelle Tauchbad (Mikwe) und die Heilige Bruderschaft zur Bestattung der Toten (Chewra Kaddischa). Wichtigste Aufgabe der Gemeinde war es, die religiösen Grundlagen des Judentums -  den Glauben an nur einen einzigen Gott - sowie die jüdische Geschichte und Kultur zu bewahren.

In diesem Sinn war es die Pflicht der Gemeinde, den Kindern die jüdischen Gesetze, Schriften und die Rituale, die den Ablauf des Lebens an jedem Tag und im Jahresrhythmus bestimmen, zu vermitteln. In der Synagoge wurden die immer wiederkehrenden Feier-, Fasten- und Gedenktage des Jahres begangen. Der jüdische Kalender kombiniert das Mond- mit dem Sonnenjahr und beginnt im Herbst mit dem jüdischen Neujahrstag Rosch ha-schana und dem Versöhnungstag Jom Kippur. Die einzelnen Feiertage werden zwar immer in der gleichen Jahreszeit begangen, verschieben sich jedoch wegen des Mondjahres im gregorianischen Kalender von Jahr zu Jahr.

Als soziales Zentrum diente die Synagoge der Gemeinde auch als Verwaltungsgebäude, als Festsaal für Hochzeits-, Volljährigkeits- und Beerdigungsfeiern oder als Herberge.

Aus der Chronik Krakows und der jüdischen Gemeinde

1266: Erste urkundliche Erwähnung von Juden in Mecklenburg

1298: Urkundlicher Nachweis über die Stadt Krakow

1300: Bau der Kirche

1325: Progrome gegen Juden in Krakow und anderen Städten; die           Hinrichtung der Krakower Juden erfolgte auf dem Jörnberg

1492: Nach dem Sternberger Progrom folgt die Vertreibung der Juden aus Mecklenburg

1618 - 1648: Im 30-jährigen Krieg wird Krakow fast vollständig zerstört, nur etwa 100 Menschen überleben

1679: In Mecklenburg siedeln sich wieder Juden an

1730: Etwa 330 jüdische Familien leben in Mecklenburg

1755: Im landesgrundgesetzlichen Erbvergleich wird erstmals die Judenfrage gesetzlich geregelt

1759: Die Stadt und die Kirche werden nach einem Großbrand wieder neu aufgebaut, erste Juden erhalten in der Stadt ein Wohnrecht

1806: Mit 607 Einwohnern ist Krakow die kleinste Stadt im Herzogtum Mecklenburg - Schwerin

1813: Ein Gesetz regelt die staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden im Lande

1821: Die 56 Juden der Gemeinde erwerben einen Begräbnisplatz auf dem Friedhof an der Plauer Chaussee

1846: Die Landstraße Güstrow - Plau wird gebaut

1866: Die Synagoge wird von den 110 Gemeindemitgliedern eingeweiht

1873: In Krakow gründen sich viele Vereine

1882: Der Eisenbahnanschluss nach Güstrow und Plau ist fertiggestellt

1900: 2005 Einwohner, darunter 43 Juden, leben in der Stadt

1920: Die Synagoge wird wegen des Fortgangs vieler Gemeindemitglieder an die Stadt verkauft und als Turnhalle genutzt

1930: Die jüdische Gemeinde von Krakow löst sich auf

1936: Die letzte jüdische Bürgerin der Stadt stirbt

1938: Ca. 450 Juden erleben in Mecklenburg die "Reichskristallnacht", die Synagoge und der jüdische Friedhof in Krakow werden nicht geschändet

1945: Die Stadt wird von sowjetischen Truppen befreit; in der Stadt leben 3524 Einwohner, darunter viele Flüchtlinge und Evakuierte; die Pflege des jüdischen Friedhofs übernimmt die Stadt

1956: Krakow am See wird anerkannter Kurort und beliebter Erholungsort in Mecklenburg

1992: Die Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Synagoge beginnen

1996: Anlässlich des 130-jährigen Bestehens der Alten Synagoge wird das Haus der Öffentlichkeit übergeben

2006: Im Dezember wird der jüdische Friedhof nach umfangreicher Sanierung vom Landesrabbiner William Wolff wieder eingeweiht