Alte Synagoge Krakow am See
In Krakow am See finden Sie die fast einzige noch in ursprünglicher Form erhaltene Synagoge im Nordosten Deutschlands und einen jüdischen Friedhof. Der heutige Zustand kennzeichnet die Synagoge als einen Bau, der für die Stadt, unsere Region, aber auch für den gesamten norddeutschen Raum als einmalig zu charakterisieren ist.
1866 wurde sie erbaut, in Krakow lebten damals so viele Juden, dass sie eine jüdische Gemeinde gründeten und am 12. Dezember 1866 ihr Gotteshaus weihten. Rund 50 Jahre war dieses Haus geistliches und kulturelles Zentrum. Bereits 1920 verkaufte die Gemeinde, nachdem sie zahlenmäßig so klein ge-worden war, ihr Gotteshaus an die Stadt Krakow. Dies ist der Grund dafür, warum das Haus in der Reichspogromnacht 1938 den Brandstiftungen der Nazis nicht zum Opfer fiel.
Von der Übernahme durch die Stadt bis 1982 wurde die Synagoge als Turnhalle genutzt, womit ihre gute Erhaltung begründet liegt.
1996 war die mit Hilfe des Landes und des Bundes mögliche aufwendige Restaurierung abgeschlossen und die Synagoge konnte anlässlich ihres 130-jährigen Bestehens der Öffentlichkeit übergeben werden. Bereits nach Beendigung des 1. Bauabschnittes, nämlich am 12. März 1995, wurde an diesem, für die Stadt Krakow am See geschichtsträchtigen Ort, der Kulturverein „Alte Synagoge“ Krakow am See e.V. gegründet. Das es die Synagoge gab, war also der glückliche Anlass für die Gründung des Kulturvereins, aber auch gleichzeitige Verpflichtung um das Bemühen der ideellen und materiellen Erhaltung und denkmalpflegerischen Rekonstruktion.
In der inhaltlichen Arbeit hat sich der Kulturverein das Ziel gesetzt, zur aktiven Toleranz im Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religion, Weltanschauung, Nationalität und Lebensform und zur Völkerverständigung beizutragen. Zur Verwirklichung dieser Zielstellung werden jährlich eine Vielzahl von Veranstaltungen durchgeführt. Hierzu zählen Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Lesungen und Exkursionen. Von Inhalt und Form her sollen möglichst viele Menschen angesprochen, aber auch neugierig gemacht werden und sich zur Mitarbeit verpflichtet fühlen. Neben altbekanntem wird auch stets nach neuen Wegen gesucht das Interesse der Besucher zu wecken und in Aktivitäten einzubeziehen. So gründete sich aus dem Verein, im Jahr 2000, eine Gruppe von Schreibenden, die sich monatlich im Haus zum gemeinsamen Arbeiten treffen. Die geschaffenen Werke der „Schreiberlinge“ sind auf vielen Veranstaltungen des Kulturvereins und der Stadt ein niveauvoller Kulturbeitrag, aber auch im monatlich erscheinenden Krakower Seenkurier. Mit Unterstützung des Vereins konnten schon zwei Lyrikbände unter den Titeln „Wort-Bilder“ und „...und keiner hört zu“, herausgegeben werden, die auch in der Alten Synagoge erhältlich sind.
Seit dem Jahr 2003 gibt es eine weitere vereinsangehörige Arbeitsgruppe, nämlich die „Krakower Spinnstube“. Hier treffen sich Frauen wöchentlich, die unter Anleitung einer Seniortrainerin, alte Handarbeitstechniken wie Spinnen, Weben usw. ausüben und Erfahrungen austauschen, aber auch die plattdeutsche Sprache pflegen.
Der Verein ist von anfangs 35 Gründungsmitgliedern auf ca. 90 Mitgliedern gewachsen und erfreut sich allein wegen der Vielfalt der kulturellen Veran-staltungen und weiteren Aktivitäten einer großen Beliebtheit im Luftkurort Krakow am See und dessen Umgebung.
Auch im Jahr 2012 wird es wieder vielfältige hochwertige Veranstaltungen des Krakower Kulturvereins in der Alten Synagoge geben und wenn Sie neugierig geworden sind, kommen Sie vorbei und verschaffen sich ein unvergessliches „Urlaubserlebnis“.
Tel.: 038457 / 23647, Fax: 24614 E-Mail: synagoge.krakow@web.de
Öffnungszeiten: Mai - Sept Die - Sa 10.00 - 12.00 und 13.00 - 17.00 Uhr
Okt - April Die - Fr 10.00 - 12.00 und 13.00 - 16.00 Uhr
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